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Alles über Kork

Herkunft

Im Süden Portugals prägen eindrucksvolle Korkeichenwälder (Montados) die Landschaft. Die jahrhundertealten Wälder zählen zu den wichtigsten Öko-Systemen der Welt. Diese Korkwälder sind der natürliche Lebensraum einer unglaublichen biologischen Artenvielfalt: Sie beheimaten unzählige Pflanzen sowie weit über 200 verschiedene Vogel- und andere Tierarten. Viele davon besonders schützenswert. So wie der Kaiseradler oder der iberische Luchs, eine der weltweit am stärksten bedrohten Tierarten. 

Die Korkeichenwälder bilden die perfekte Lebensgrundlage. Denn sie sind Garant dafür, dass diese mediterrane Flora und Fauna nicht versteppen kann, weil sie Bodenerosion nachhaltig verringern. Darüber hinaus regulieren sie den Wasserkreislauf des Waldökosystems.

Umwelt
Der Rohstoff, für den kein einziger Baum fällt.

Korkeichenwälder sind Kulturlandschaften. Das bedeutet: Es sind Ökosysteme, die durch Menschen aufgeforstet und geschaffen sind, um deren Ressourcen zu 100 % nachhaltig zu nutzen. Der BegriffNachhaltigkeit wird heutzutage zu Recht groß geschrieben und findet sich in vielen Bereichen unseres Alltags wieder.

Doch kaum ein Rohstoff kann diesen Vorzug so für sich beanspruchen wie Kork. DieKorkeiche wird ca. 150 bis 200 Jahre alt und ihre Rinde – der Kork – in dieser Zeit etwa 16 Mal geerntet. Ohne Beschädigung des Baumes.

Während der Erntezeit von Ende Mai bis August schälen die Kork-Bauern 45 Kilogramm Kork-Rinde pro Ernte und Baum – in Handarbeit. Dafür wenden sie noch heute eine schon seit vielen Generationen angewandte, traditionelle Technik an. Dabei wird im Gegensatz zu „normalen“ Holz-Ernten kein einziger Baum gefällt und jedes Gramm Kork wird genutzt und verarbeitet.

Übrigens: Regelmäßig entrindete Bäume produzieren sogar bis zu 4 Mal mehr Kork als nicht entrindete – und binden so noch stärker das klimaschädliche Kohlenstoffdioxid. Auf diese Weise tragen die mediterranen Korkwälder ganz aktiv zum Klimaschutz bei: Sie filtern pro Jahr fast 15 Millionen Tonnen CO2 aus der Luft. Das Ergebnis: eine unschlagbare Ökobilanz.

Eigenschaften

Kork ist von Natur aus ein echter Alleskönner, der nicht aufhört zu wachsen. So enthält ein Kubikzentimeter Kork ca. 40 Millionen Zellen, die mit einem luftähnlichen Gasgemisch gefüllt sind. Diese 85 % Luftanteil halten ihn extrem leicht und die unzähligen damit gefüllten Polsterzellen machen ihn darüber hinaus extrem robust und elastisch. Ein Ergebnis von jahrelangem, natürlichem Wachstum. Seine enorme Regenerationskraft bildet so nicht nur für den Stamm einen perfekten Schutzmantel. Sondern macht ihn auch für uns zu einem flexiblen, innovativen und verlässlichen Begleiter in vielen Lebensbereichen. 

Perfekt fürs Bauen: isolierend, schalldämmend und -absorbierend, undurchlässig für Flüssigkeiten, feuerfest, robust

Perfekt fürs Ambiente: warm, formbeständig, weich aber trotzdem abnutzungsresistent

Perfekt für die Gesundheit: allergiker-geeignet (Hausmilben und sonstige Kleinstpartikel können sich nicht festsetzen), antistatisch (bindet keinen Staub), atmungsaktiv

Perfekt für die Umwelt: reflektiert die Umgebungstemperatur, energieeffizient, umweltfreundlich, recyclebar

Perfekt für die Mode & Accessoires: weich, edel, modern, abwaschbar, absolut robust und ganz natürlich

Korkproduktion

DieKorkeiche kann bis zu 250 Jahre alt werden, 150 Jahre sind produktiv für die Korkgewinnung.

Ab einem Alter von 25 Jahren kann alle 9 bis 12 Jahre die Korkrinde geschält werden. In Handarbeit können so rund 45 kg Korkrinde pro Ernte gewonnen werden. Damit produziert eine Korkeiche im Laufe ihres Lebens ca. 700 kg Kork. Allein in der Korkindustrie in Portugal sind ca. 25 000 Personen beschäftigt.

Die weltweite Korkproduktion beträgt etwa 300.000 Tonnen pro Jahr. Der Gesamtwert jeder Jahresernte beträgt etwa 900 Millionen Euro. Portugal ist mit einem Marktanteil von rund 52,5 Prozent der weltweit größte Korklieferant mit über 157.000 Tonnen pro Jahr. Hauptabnehmer von Korkprodukten ist die Weinindustrie mit rund 69 Prozent, gefolgt von der Baubranche mit rund 13 Prozent.

Der Rohstoff Kork wird zu 100 Prozent verwertet. 75 Prozent der geernteten Baumrinde wird zur Gewinnung von Flaschenkorken verwendet. Die Reste werden verschieden eingesetzt, beispielsweise in der Bauindustrie als Bodenbeläge oder zu Isolierungszwecken. Kork findet auch zunehmend Verwendung in der Modeindustrie (für Schuhe, Hüte oder Taschen).

Korkstoff / Korkleder

Wie entsteht Korkstoff / Korkleder?
Das aufbereitete Material der Korkrohzuschnitte ist anfangs identisch mit Produkten wie Flaschenkorken, Untersetzern, Bodenbeläge - es eignen sich aber qualitativ nur wenige Prozent für die Weiterverarbeitung zu der eigentlichen Korkhaut oder dem sogenannten Korkleder. In der Regel werden aus der Innenseite der Rinde z.B. Korken produziert, aus dem äußeren Teil z.B. Bodenbeläge. Nur aus dem mittleren Teil kann Korkleder produziert werden, wenn er den hohen Qualitätsanforderungen des Herstellers genügt.

Die ca. 1,5cm dicken Korkplatten-Stücke werden mit einem natürlichen, organischen Kleber zu größeren Platten untrennbar und dauerhaft verbunden. Die Korkschichten werden dann mit scharfen Klingen sehr dünn geschnitten, aufbereitet und dann wie ein Patchwork auf einem Träger aufgebracht. Diese Beschreibung ist natürlich stark vereinfacht. Das Verfahren und die Verarbeitung sind Aufwendig und kostenintensiv.

Woher kommt der Begriff Korkleder oder Korkhaut?
Die Begriffe Korkleder oder Korkhaut leiten sich aus dem portugiesischem „Pele de cortica" ab, dabei handelt es sich um hochwertigen Kork, der bereits zu dünnen, quasi auf „Hautstärke" (im Sinne von Leder) geschnittenen Material verarbeitet worden ist. Im englischen spricht man von „cork leather" bzw. „cork skin". Die angenehme Haptik und weitere gute Eigenschaften könnten ebenfalls wohl zu der Begriffsbildung beigetragen haben: es lässt sich ähnlich wie Leder verarbeiten und ist bei hoher Qualität samtweich wie die menschliche Haut.

Was kann man aus Korkleder / Korkstoff herstellen?
Aus Korkleder bzw. Korkstoff werden verschiedene Produkte hergestellt, wie:
- Korktaschen
- Korkschuhe
- Korkaccessoires
- Korkschmuck
- Korkdeko      … und vieles mehr.

Warum ist jedes Korkleder / Korkstoffprodukt ein Unikat?
Durch die unterschiedliche, natürliche Maserung und die individuelle Zusammensetzung ist jede einzelne Oberfläche einmalig. Seit kurzem werden Korkstoffe bedruckt oder sogar farblich bearbeitet. Es ist nun möglich eine mit Muster oder eine rote Korkoberfläche herzustellen. 

Wussten Sie schon?

Wissenswertes und Kuriositäten
Kork wurde erstmals im Jahre 4500 vor Christus bei den Ägyptern gebraucht. Hier fand er den ersten Verwendungszweck in Form von Schwimmern beim Fischfang. Später verwendeten ihn auch die Griechen und Römer. In Athen und Rom wurde er zur Herstellung von Schuhsohlen verwendet. Die Erfindung des Korkstöpsels und die Verwendung des Kork als Isolator ist keine neuere Errungenschaft. Schon in den Jahren 390 bis 305 vor Christus ist die Korkeiche als Nutzpflanze von Theophrastus erkannt und empfohlen worden. In seiner „historia normalis“ verweist Gajus P.Plinius Secundus Major 79 bis 63 vor Christus auf zylindrisch geformte Korkstücke, die für fassartige Gefässe gute Verschlüsse bilden sollten.

Schon zu dieser Zeit wurde Korkrinde für Ankerbojen, Schwimmgürtel und als Isolationsmaterial für Bienenkörbe verwendet. Paracelsus 1493 bis 1540 verstand es bereits, Verschlüsse aus Kork für seine Retorten, Röhrchen und Kolben zu fabrizieren. Mit dem Aufkommen der Glasindustrie im 17. Jahrhundert begann auch eine Epoche für die Korkindustrie. Damals wurde der Markt mit Glasgeräten aller Art geradezu überflutet, woraus eine erhöhte Nachfrage nach passenden Verschlüssen entstand.

In Jena wurden im Jahre 1914 vier Flaschen Wein aufgefunden, welche aus dem Jahr 1697 stammten und mit Korken verschlossen waren. Die Flaschen wurde ins Weinmuseum Speyer überführt. Forscher und Weinfachleute konnten nicht umhin, eine dieser immerhin 217-jährigen Flaschen zu öffnen - und siehe da – der Wein war von vorzüglichem Geschmack und wies ein hervorragendes Bouquet auf. Dass der Wein nicht nur erhalten blieb, sondern auch seinen Geschmack über zwei Jahrhunderte nicht einbüsste, ist nur der unersetzlichen Eigenschaft des Korkes als Flaschenverschluss zuzuschreiben.